Keine Flaute für Produktpiraten in der Elektronikbranche


Posted on 25. Mai 2009

München, 25. Mai 2009. Dass Produktpiraterie weltweit zunimmt und sich die Situation in Zeiten der Wirtschaftskrise noch mehr verschärft, ist bekannt. Auch die Elektronikbranche bleibt davon nicht verschont. So hat der deutsche Zoll 2008 beispielsweise gefälschte Computer im Wert von knapp sechs Millionen Euro beschlagnahmt – 50 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Dies ist jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Doch was bewegt Verbraucher dazu, bewusst gefälschte Produkte zu kaufen und wann würden sie das Risiko eingehen, eine potenzielle Fälschung zu erwerben? Aufschluss darüber und über andere Faktoren liefert eine jüngst durchgeführte Studie der Firma OpSec Security (vormals P4M – Die InternetAgenten) in Zusammenarbeit mit der TU München.

Insgesamt 84 Prozent der 454 Befragten, die an der Online-Umfrage teilgenommen haben, kaufen Elektronikprodukte  im Internet. Damit ist diese Produktgruppe beim Online-Shopping die mit Abstand beliebteste. Besonders angesagt als Shopping-Plattform ist Amazon – dort kaufen 40 Prozent der Elektronikeinkäufer ein.


Nach eigenen Angaben achten 80 Prozent der Befragten darauf, keine Elektronikfälschungen zu kaufen. Fraglich ist jedoch, ob Verbraucher Fälschungen überhaupt erkennen und ob sie nicht unbewusst häufig das Risiko eingehen, eine potenzielle Fälschung zu erstehen, weil sie sich von Schnäppchenpreisen locken lassen. Sechs Prozent der Umfrageteilnehmer gaben hingegen zu, schon einmal absichtlich ein gefälschtes Produkt erworben zu haben. Erschreckend ist, dass lediglich die Hälfte der befragten Elektronikeinkäufer glauben, dass von einem gefälschten Produkt Gefahren, wie zum Beispiel Brand oder Stromschlag ausgehen könnten. Dies zeigt, dass viele Verbraucher sehr sorglos im Umgang mit Fälschungen sind, obwohl die Gefahren unter Umständen lebensbedrohlich sein können.

Starker Preisdruck aufgrund der Preissensibilität der Verbraucher

Auf die Frage, warum Elektronikfälschungen gekauft werden, gaben knapp 90 Prozent aller Umfrageteilnehmer (inkl. der Elektronik-Nichtkäufer) an, dass die Originalprodukte zu teuer seien. Diese Preissensibilität – insbesondere während der momentanen Wirtschaftskrise – führt dazu, dass der Druck auf seriöse Anbieter immer größer wird, da sie sich gegenüber Fälschern und Grauimporteuren behaupten müssen. „Gerade der Preiskampf im Elektronikbereich ist im Internet äußerst hoch, da es hier sehr viele Schnäppchenjäger gibt“, weiß Vera Mund, Social Content Specialist bei OpSec Security. Auffällig und zu gleich erschreckend ist, dass knapp ein Viertel der Befragten (23,8 %) als möglichen Grund den Weiterverkauf der Waren nannten, was zu einer Straftat führen würde. „Durch unsere Arbeit wissen wir, dass z.B. auf asiatischen B2B-Plattformen bereits kleine Mengen an Fälschungen bestellt werden können, die dann oftmals bei eBay weiterverkauft werden“, sagt Vera Mund.
Neben dem Preis spielen aber auch psychologische Faktoren, wie zum Beispiel Prestige oder Gruppenzwang eine wichtige Rolle beim Kauf von Fälschungen. Alarmierend für Markenhersteller ist, dass 39 Prozent der Befragten als möglichen Grund für den Kauf von Fälschungen angaben, dass sowohl die Fälschung als auch das Original oftmals in den gleichen Fabriken in China hergestellt würden. Somit sei es ja egal, was man kauft. Daraus könnte man schließen, dass Konsumenten über ein mangelndes Qualitätsbewusstsein verfügen bzw. glauben, dass eine Fälschung genauso hochwertig sei, wie ein in China produziertes Original-Markenprodukt.

Trend zu teuren Fälschungen – hohe Risikobereitschaft
Die Mitarbeiter von OpSec stellen bei ihrer Arbeit regelmäßig fest, dass Fälschungen heutzutage nicht mehr an ihrem günstigen Preis zu erkennen sind. Der Trend geht vielmehr hin zu teuren, sehr gut gemachten Fälschungen. Dies bestätigt auch die Studie. So hätten in einem Test während der Umfrage knapp 30 Prozent aller 454 Befragten einen iPod (Originalpreis: 149 Euro) zu einem Preis von 90 bis 130 Euro in einem dubiosen asiatischen Online-Shop gekauft. Dass es sich dabei um eine Fälschung handelt, wussten sie zwar nicht, aber aufgrund des unseriös erscheinenden Anbieters, lag der Verdacht nahe. „Dieses Ergebnis zeigt entweder, dass Verbraucher bereits bei einer geringfügigen Differenz zum Originalpreis das Risiko billigend in Kauf nehmen würden, ein gefälschtes Produkt zu erwerben, oder aber, dass die meisten eine Fälschung nicht erkennen und daher bei so einem relativ hohen Preis vermutlich davon ausgehen bzw. hoffen, dass es sich um ein Original handelt“, so Vera Mund. Auffällig ist, dass 67 Prozent der Teilnehmer, die zugaben, schon einmal absichtlich gefälschte Elektronikware im Internet gekauft zu haben, den iPod im Test als Fälschung erkannt haben – das heißt, dass Fälschungskäufer häufig auch Fälschungserkenner sind.

Die Studie zeigt, dass Unternehmen neben den finanziellen Einbußen durch Produktpiraterie auch mit anderen nicht zu unterschätzenden Problemen zu kämpfen haben. Diese liegen in der Einstellung der Verbraucher zum Kauf von Fälschungen begründet. Erschreckend ist auch, dass 60 Prozent der Befragten, die schon einmal absichtlich eine Fälschung erstanden haben, denken, dass dies strafbar sei. Daraus ergibt sich,  dass Strafen Verbraucher nicht unbedingt vom Fälschungskauf abschrecken würden. Daher können sich Unternehmen nicht darauf verlassen, dass lediglich eine Verbesserung der Gesetzeslage die Schäden durch Marken- und Produktpiraterie einschränken würde. Äußerst wichtig ist, dass sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten selbst aktiv werden und gegen den Handel mit Fälschungen vorgehen. „Mit Hilfe unserer verschiedenen, eigens entwickelten Technologien unterstützen wir Markenhersteller dabei, Fälschungen und Graumarktware im Internet aufzuspüren, Auktionen mit illegaler Ware zu stoppen und ihre Vertriebswege abzusichern. So können Unternehmen den Schaden, der durch Marken- und Produktpiraterie entsteht, eindämmen und sie haben die Möglichkeit, strafrechtlich gegen Fälscher und nicht autorisierte Händler vorzugehen“, sagt Vera Mund.


Über OpSec:

Die OpSec Security GmbH (vormals P4M GmbH – Die InternetAgenten) mit Sitz in München gehört zur OpSec Security, Inc., einer 100-prozentigen Tochter der OpSec Security Group plc (London AIM: OSG). Als weltweit führender Anbieter von Anti-Fälschungstechnologien sowie von Lösungen und Dienstleistungen für Off- und Online-Markenschutz ist OpSec für mehr als 300 Unternehmen unterschiedlicher Branchen und für über 50 Regierungen weltweit tätig. Die OpSec Gruppe betreibt Produktionsstätten und Forschungseinrichtungen in den USA und in Großbritannien und agiert auf dem amerikanischen, europäischen und asiatischen Markt. Weitere Informationen finden Sie unter: www.opsecsecurity.de


Gerne schicken wir Ihnen auf Anfrage die Auswertung der Studie für den Elektronikbereich zu.